Stadium, Ende September 2022 in Deutschland

  • /PicturesNA/ButterflyLogos/Nymphalis_antiopa_logo_36_26.png Falter (überwinternd)
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Schutz des Trauermantels

TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

[Zuchtaufnahme]

Aufnahme: Dieter StüningDieter Stüning; Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandNordrhein-Westfalen, DeutschlandDeutschland (ca. 1995)

Zucht: Dieter StüningDieter Stüning

Folgende Schutzmaßnahmen können den Erhalt des TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantels sichern und die Verbreitung des Falters fördern, sofern die klimatischen Bedingungen geeignet sind:

  • Verminderter Einsatz von Insektiziden, damit die wichtige Nahrungsquelle Fallobst nicht belastet wird.
  • Einstellen von Säuberungen von Waldsäumen. Wiederbewuchs von Säumen auf natürliche Weise (z.B. mit SalweideSalix capreaSalweide).
  • Natürliche Entwicklung des Waldes, wodurch beispielsweise Baumhöhlen erhalten bleiben, die der Überwinterung dienen.

Schutz der Schmetterlinge

Wesentliche Faktoren für den nicht nur in Deutschland zu beobachtenden dramatischen Verlust an Biomasse und Biodiversität (siehe Hallmann; Sorg; Jongejans; Siepel; Hofland; Schwan; Stenmans; Müller; Sumser; Hörren; Goulson; de Kroon, 2017 - More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas) sind:

  1. der Verlust an Lebensräumen
  2. sowie
  3. das Einbringen von Umweltgiften

Interessanterweise führt der Klimawandel nicht grundsätzlich zu einem Rückgang von Biomasse und Biodiversität:

Es gibt Lebensräume, in denen aufgrund der durch den Klimawandel veränderten Bedingungen Arten zwar verschwinden, diese Arten können aber an anderen Orten bessere Bedingungen vorfinden. Vorausgesetzt natürlich, diese Orte sind für die Arten erreichbar.

Daraus folgt, dass in einem Lebensraum durchaus ein Artenwechsel stattfinden kann. Es heißt hier bewusst kann. Manche Arten haben eben diese Möglichkeit nicht oder der von ihnen benötigte Lebensraum existiert schlicht nicht mehr.

Potentielle Verbesserungen bzgl. des Verlusts an Lebensräumen:

  • Die Zerstörung noch vorhandener Naturflächen sollte gestoppt werden.
  • Bereits zerstörte Flächen, z.B. Wiesen oder Moore, sollten wieder hergestellt bzw. renatruiert werden.
  • Bereits geschützte Flächen sollten, so paradox es klingen mag, besser geschützt werden. Hierzu kann beispielsweise ein Abzäunen als Schutz vor einer Flächenzerstörung durch Mensch und Tier zählen.
  • Bereits geschützte Flächen sollten, bei Bedarf, durch Pflegemaßnahmen gezielt einen bestimmten Biotoptyp abbilden (z.B. durch Entbuschungs- und/oder Anpflanzungsmaßnahmen).
  • Vorhandene Naturflächen sollten großräumig mit natürlichen Korridoren verbunden werden. Über diese Korridore können bestimmte Arten (Flora wie Fauna) ihren Standort wechseln. Weil Naturflächen (z.B. Naturschutzgebiete) oft vergleichsweise klein sind, kann so eine genetische Verarmung verhindert oder eine Wiederbesiedlung nach lokalem Aussterben ermöglicht werden.
  • Die kommerzielle Waldbewirtschaftung sollte sich zu einer nachhaltigen, biodiversitätsfördernden Waldbewirtschaftung entwickeln. Wenn der Mensch schon eingreift, dann sollte er dies nicht einzig zur Maximierung des finanziellen Gewinns, sondern zum Erzielen eines optimalen Miteinanders Mensch/Natur tun. Am Beispiel der (ehemaligen) Fichtenmonokulturen deutscher Wälder zeigt sich sehr deutlich, welche Folgen die bisherige Waldbewirtschaftung hat. Vor dem Hintergrund, dass Holz derzeit für uns ein unersetzbarer Rohstoff ist, ist dies natürlich keine leichte Aufgabe. Ob die Klagen von Förstern oder Waldbesitzern über den bösen Borkenkäfer berechtigt sind, möge jeder selber entscheiden.
  • Bei uns allen sollte ein Wertewechsel stattfinden: Was ist uns beispielsweise wichtiger? Eine intakte robuste schöne Natur, die uns langfristig unsere Lebensgrundlage liefert oder möglichst große, vor Kraft strotzende Autos in der eigenen Garage, unzählige Reisen in ferne Regionen und immer die neusten eigentlich sinnlosen Konsumartikel? Was ist wirklich schön? Eine blühende Naturwiese oder ein glänzendes Smartphone?

Potentielle Verbesserungen bzgl. des Einbringens von Umweltgiften:

  • Hier sind Verbesserungsansätze naheliegend: Stopp des Einbringens von Umweltgiften in die Natur!
  • Entgiftung bereits vergifteter Flächen.

Ein Beispiel für die Zerstörung oder Entwertung von Naturflächen ist der Anbau von Erdbeeren:

In Deutschland sind die Bedingungen für Erdbeeren ideal. Die Früchte reifen in unseren Breiten natürlicherweise in den Sommermonaten zu leckern Früchten heran. Lokale Sorten, die nicht für einen tagelangen Transport auf Robustheit und Lagerungsfähigkeit verzüchtet wurden, schmecken oft besser als diejenigen, die einen langen Transport überstehen können.

Brauchen wir wirklich Erdbeeren aus dem Mittelmeerraum? In Südspanien wurden riesige Naturflächen durch unzählige Gewächshäuser ersetzt, nur damit wir in Deutschland über große Teile des Jahres und möglichst günstig Erdbeeren kaufen können.

Folientunnel für Erdbeeranbau in Wachtberg

Eine Reihe Folientunnel für den Erdbeeranbau in Wachtberg bei Bonn. Der Boden ist vor den Tunneleingängen stark verdichtet und in Mitleidenschaft gezogen, vermutlich durch Maschinendruck.

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (28. April 2021)

Ist es für uns wirklich nicht zumutbar, auf den warmen Sommer und seine dann leckeren frischen Erdbeeren warten zu können? Dann würden wir dieses Naturprodukt viel mehr schätzen und wären vermutlich auch bereit, für den selteneren Genuß etwas mehr zu bezahlen!

Muss ein Anbau wirklich in klinisch sauberen Folientunneln durchgeführt werden, nur damit wir im April schon lokal angebaute Erdbeeren kaufen können? Natürlich spart man auf diese Weise Transporte aus entfernten Ländern und außerdem das Einbringen von Pflanzenschutzmitteln, aber die Flächen sind als Naturflächen größtenteils verloren oder zumindest niederwertiger.

Viele von uns kennen die über Felder fliegenden und in Gebüschen hängenden Fetzen von in der Landwirtschaft verwendeten Kunststofffolien.

Zu diesem Thema siehe bspw. den Online-Artikel General Anzeiger Bonn (Online): Folientunnel sichern regionale Ernte - Erste Erdbeeren reifen in Wachtberg

Jedoch: Ich finde, nicht die Erdbeerbauern tragen die Schuld an diesem Zustand. Sondern wir Konsumenten, die gedankenlos alles kaufen, was im Supermarkt angeboten wird.

Dass auch ein Schutz bereits geschützter Flächen (leider) erforderlich ist, habe ich in 2021 selber in einem Naturschutzgebiet in Unterfranken erleben dürfen bzw. müssen.

Hinweis auf ein Betretungsverbot in einem unterfränkischen Naturschutzgebiet

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (13. Juni 2021 , 13:11 Uhr)

Bereiche des Naturschutzgebiets waren mit diversen Maßnahme geschützt:

  1. Durch Hinweisschilder, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handelt.
  2. Durch Hinweisschilder, dass Wege enden oder bestimmten Flächen nicht betreten werden dürfen.
  3. Durch das Absperren von Parkmöglichkeiten mit Flatterband (durch das Naturschutzgebiet führt eine für den Kraftfahrzeugverkehr zugelassene Straße).
  4. Durch das Absperren von Flächen mit Flatterband mit zusätzlichen Hinweisschildern, dass diese Flächen auf keinen Fall betreten werden dürfen.

Ich war mit dem Fahrrad zwei Tage in dem Naturschutzgebiet unterwegs und wollte die dortige Flora und Fauna genießen, aber ich wollte auch ein paar Fotos machen. Etwas unerwartet herrschte dort ein reger Betrieb. Obwohl es kein Wochenendtag war. Offenbar handelte sich nicht um einen Geheimtipp und die allermeisten Besucher waren mit Kamera und/oder Fernglas ausgestattet.

Viele hielten sich an die dortigen Regeln und legten ihre Ferngläser vom Weg aus an oder machten von dort aus ihre Aufnahmen.

Aber es gab dort auch Besucher, die sich bewusst über die ungewohnt klar kommunizierten Regeln hinwegsetzten: Autos wurden bewusst auf den gesperrten Flächen geparkt, das dortige Flatterband zur Absperrung missachtet oder zerstört.

Einem Auto, welches das Flatterband mit seiner Karosserie zur Seite gedrückt hatte, entstieg ein in Tarnfarben gekleideter Herr. In der Hand eine Foto-Kamera mit einem Objektiv von der Länge eines Unterarms.

Nicht weit entfernt auf der anderen Straßenseite überstiegen zwei Minuten später ein Mann und eine Frau, beide mit schussbereiten Kompaktkameras in der Hand, ein Flatterband. Obwohl an dem Flatterband ein Zettel befestigt war, der unmissverständlich auf das Durchgangsverbot hinwies.

Nach dieser Erfahrung habe ich vollstes Verständnis, wenn ein Zugang zu Flächen ganz oder teilweise z.B. durch Zäune unmöglich gemacht wird. Allerdings ergibt sich dadurch das Problem, dass nicht nur ungewollte, sondern mglw. auch gewollte Besucher die Flächen ebenfalls nicht mehr erreichen können: Größere Tiere.

Zum Thema Naturraumzerstörung schreibt der Bonner General Anzeiger am 31.08.2022 in einem redaktionellen Kommentar:

Natürlich braucht die wachsende Stadt Grünflächen und Frischluftschneisen. Sie braucht aber auch Raum für wirtschaftliche Entwicklung. Gerade Gewerbe und Industrie schaffen Jobs, die für das soziale Gleichgewicht in der Gesellschaft wichtig sind.

Gerodete Fläche in Bonn-Rüngsdorf in Nähe des Rheins

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandNordrhein-Westfalen, DeutschlandDeutschland (29. Juni 2014 , 20:56 Uhr)

Obwohl der Kommentarauszug keine eindeutige Positionierung erkennen lässt: Das Totschlagargument Arbeitsplätze rechtfertig allzu oft die unwiederbringliche Zerstörung von Naturraum. Man fragt sich, wer denn überhaupt noch Naturräume erhalten soll? Die anderen Städte/Gemeinden? Diese könnten aber auf die gleiche Art argumentieren und damit die Zerstörung ihrer Flächen legitimieren - was sie vermutlich auch tun. Jeder scheint sich da selbst am nächsten zu sein.

Sehr unschön wird es, wenn Naturschutz und Zynismus sich begegnen. Hiervon könnte ein niedlicher Nager, wäre er dazu in der Lage, ein Lied singen: Der FeldhamsterCricetus cricetus (Linnaeus, 1758)Feldhamster (... und dann wird wieder von diesen Naturschützern ganz zufällig ein Feldhamster gefunden, der den Bau unseres überaus wichtigen Projekts verhindert und Arbeitspätze gefährdet!).

Ich finde, die Befürworter einer offensichtlich aus ökonomischen Gründen unausweichlichen Naturzerstörung sollten einmal tief in sich gehen und darüber nachdenken, welche Folgen es für kommende Generationen haben wird, wenn wir alle einfach so weiter machen.

Ich hätte da einen Vorschlag für ein 100 Jahre-Projekt:

Die eine Hälfte der Erde wird dem Menschen zugewiesen. Die andere Hälfte allen anderen Lebewesen.

Und zwar die Hälfte von allen Lebensräumen.

Und zwar so, dass die jeweils andere Hälfte in sich möglichst geschlossen ist und nicht von der anderen Hälfte geschädigt bzw. in Mitleidenschaft gezogen werden darf.