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  • /PicturesNA/ButterflyLogos/Nymphalis_antiopa_logo_36_26.png Falter (überwinternd)
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Landesweite Verbreitung

Die Verbreitung des TrauermantelsNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantels im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich ist ein Sonderfall in Europa, wenn nicht sogar weltweit:

Der Falter kommt dort gelegentlich vor, ist aber nicht heimisch und vermehrt sich für gewöhnlich dort auch nicht.

Die wenigen zumeist im Südosten EnglandEnglands gesichteten Exemplare sind entweder Einwanderer des Kontinents oder sie entstammen einer örtlichen Zucht.

Der TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel wird im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich selten aber regelmäßig und in IrlandIrland sporadisch gesichtet.

Im Durchschnitt alle paar Jahrzehnte kommt es sogar vor, dass eine größere Anzahl TrauermäntelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermäntel auf die Inseln gelangt.

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Diese Jahre werden Antiopa Years genannt Asher, 2001 - Millennium atlas of butterflies in Britain and Ireland Chalmers-Hunt, 1977 - The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.) Salmon, 2000 - The Aurelian Legacy - British Butterflies And Their Collectors:

Jahr Anzahl Fundmeldungen
1770 ?
1789 ?
1793 ?
1820 ?
1846 ?
1872 436
1880 ?
1947 52
1976 270
1995 350
2002 25
2006 100
2007 ?

1820 wurde eine große Anzahl toter TrauermäntelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermäntel an die ost-englische Küste Durham, Durhams (südlich Newcastle upon Tyne, Northumberland, Newcastle upon Tyne) angeschwemmt. Sie waren bei der Überquerung der Nordsee ums Leben gekommen Chalmers-Hunt, 1977 - The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.).

Legendär und bis heute unerreicht ist das Jahr 1872, das sog. annus mirabilis (siehe Verbreitung im Vereinigten Königreich (Invasionen 1872)).

Ein anderer ebenfalls von Zeit zu Zeit auf den britischen Inseln einwandernder spektakulärer Falter ist der MonarchDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch. In den Jahren 1995 und 1999 kam es vorzugsweise in Cornwall zu vielen Sichtungen des aus dem entfernten Nord-Amerika einwandernden Falters Asher, 2001 - Millennium atlas of butterflies in Britain and Ireland. 1995 gab es ca. 200 Sichtungen, 1999 waren es ca. 400 Sichtungen.

MonarchDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch

Monarch (Danaus plexippus)

Monarch (Danaus plexippus) bei der Nektaraufnahme direkt an einem kleinen Teich.

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Plymouth, Vermont, Plymouth, Vermont, Vermont, Vereinigte Staaten (24. September 2008 , 15:54 Uhr)

Ich hatte in der letzten Septemberwoche 1999 das Glück, selbst Zeuge dieses ungewöhnlichen und beeindruckenden Ereignisses zu sein.

Zu dieser Zeit war der MonarchDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch in New York, New York und Umgebung extrem häufig. Am Ost-Strand von Fire Island konnte ich riesige Mengen des großen orangen Falters auf das offene Meer in östliche Richtung fliegen sehen. Zu jedem Zeitpunkt sah ich mindestens immer eine Handvoll Falter, die den langen und gefährlichen Weg über den Atlantik auf sich nahmen.

Einige dieser Falter erreichten nach tagelanger Reise über das offene Meer den Südwesten EnglandEnglands. Die Bedingungen dort lassen für den MonarchDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch aber wie beim TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel keine erfolgreiche Überwinterung zu.

MonarchDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch

Monarch (Danaus plexippus) auf einer vertrockneten Pflanze im Taoro-Park im Stadtgebiet von Puerto de la Cruz, Teneriffa

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Puerto de la Cruz, Teneriffa, Puerto de la Cruz, Teneriffa, Teneriffa, Spanien (16. Oktober 2014 , 16:03 Uhr)

Jürgen HensleJürgen Hensle wies darauf hin, dass die kanarischen Populationen des MonarchsDanaus plexippus (Linnaeus, 1758)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarchs wahrscheinlich von Faltern abstammen, die nach dem Erreichen EnglandEnglands ihre Südwanderung fortgesetzt haben (Quelle: Jürgen Hensle, pers. comm., 2006).

Ansiedlungsversuche

In den letzten 50 Jahren gab es mehrere Ansätze, den TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel auf den britischen Inseln anzusiedeln, doch sämtliche Versuche schlugen fehl Salmon, 2000 - The Aurelian Legacy - British Butterflies And Their Collectors.

So wurden beispielsweise von L. Hugh NewmanL. Hugh Newman zwischen Juli 1956 und August 1961 in Kent und Herfordshire 500 vom Kontinent stammende markierte TrauermäntelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermäntel frei gelassen - ohne dass dies irgendeine Auswirkung gehabt hatte.

Ursachen der Nicht-Bodenständigkeit

Der Grund des Nicht-Vorkommens und der Nicht-Vermehrungsfähigkeit des TrauermantelsNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantels auf den britischen Inseln liegt wahrscheinlich in dem dort vorherrschenden maritimen Klima und den damit verbundenen üblicherweise milden Wintern. Hierdurch ist für den TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel in aller Regel keine erfolgreiche Überwinterung möglich Asher, 2001 - Millennium atlas of butterflies in Britain and Ireland.

Eine Begegnung mit dem Falter im britischen Frühjahr ist ein schönes aber extrem seltenes Erlebnis (in 2007 wurden TrauermäntelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermäntel im März/April gesichtet). Ob es überhaupt Fälle gibt, in denen der Falter sich auch tatsächlich vor Ort vermehrt hat, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Invasionen 1872

In 1872, dem sog. annus mirabilis gab es 436 Fundmeldungen und 150 Fänge auf den britischen Inseln, ein bis heute unerreichter Rekordwert Chalmers-Hunt, 1977 - The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.).

Invasionen 1976

1976 kam es auf den britischen Inseln zu der bisher drittgrößten Einwanderungswelle durch den TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel. Der Falter wurde in diesem Jahr bei insgesamt 270 Sichtungen in nahezu jedem Landesteil gesichtet.

John Michael Chalmers-HuntJohn Michael Chalmers-Hunt untersuchte die damalige Wetterlage während der Einwanderungswochen und schloss, dass sämtliche eingewanderten Falter aus Süd-Skandinavien stammen müssten Chalmers-Hunt, 1977 - The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.).

Im August des Jahres 1977 lag ein stabiles Hochdruck-Gebiet über der nördlichen Nordsee. Ein starker Wind blies von Süd-Skandinavien über DänemarkDänemark und dem Königreich der NiederlandeKönigreich der Niederlande nach Südost-EnglandEngland. Hinzu kamen Populationsexplosionen des Falters in Skandinavien, so dass im August und September viele Falter auf die Britischen Inseln gelangten Asher, 2001 - Millennium atlas of butterflies in Britain and Ireland.

Invasionen 1995

Die 1995er-Invasion war mit 350 Sichtungen die bisher zweitgrößte Einwanderung von TrauermäntelnNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermänteln im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich.

Mark TunmoreMark Tunmore sieht Skandinavien als Ursprung der Invasion der britischen Inseln durch den TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel in 1995 Tunmore, 1996 - The 1995 Camberwell Beauty Nymphalis antiopa (L.) influx. Den selben Ursprungsort sieht John Michael Chalmers-HuntJohn Michael Chalmers-Hunt bzgl. der 1977er Invasion Chalmers-Hunt, 1977 - The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.).

Östliche Winde von Ende Juli bis Anfang August sollen den Falter aus einem über Skandinavien liegendem Hochdruckgebiet auf die Inseln getragen haben. Die Sichtungen fokussierten sich im Raum East Anglia, Kent und Sussex. Ein zweiter Schwerpunkt lag in den North-Midlands und dem Nordwesten EnglandEnglands.

Einigen Faltern soll sogar eine Überwinterung gelungen sein, was aus der Tatsache geschlossen wurde, dass im Frühjahr 1996 mehrere Sichtungen von TrauermäntelnNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermänteln erfolgten.

TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel

Trauermantel (Nymphalis antiopa) auf einem Brombeerblatt

Aufnahme: Gerd LintzmeyerGerd Lintzmeyer; Zeitzer Forst, Sachsen-Anhalt, Zeitzer Forst, Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt, Deutschland (2. August 2003)

Auch aus DänemarkDänemark und dem Königreich der NiederlandeKönigreich der Niederlande wurden in 1995 wandernde TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel gemeldet. Zeitlich lagen die Meldungen in einem Zeitraum, der kurz vor der britischen Einwanderung lag.

Mark TunmoreMark Tunmore sieht auch aus diesem Grund eine zweite Quelle der Falter als Möglichkeit an: PolenPolen und die baltischen Staaten.

Diese These wird ebenfalls durch Chris van SwaayChris van Swaay und Jürgen HensleJürgen Hensle vertreten Swaay, 2003 - The Influx of Camberwell Beauty Aglais antiopa (Linn.) to North-West Europe in 1995. In 1995 wurde der TrauermantelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermantel auch in Nord-DeutschlandDeutschland in Gegenden gesichtet, in denen er seit Jahrzehnten nicht mehr präsent war. Die meisten dieser Falter wanderten jedoch weiter nach Westen bzw. Nordwesten.

Chris van SwaayChris van Swaay und Jürgen HensleJürgen Hensle schließen daraus, dass die Falter vor ihrer Einwanderung in EnglandEngland aus PolenPolen oder TschechienTschechien kommend zuerst Nord-DeutschlandDeutschland und anschließend das Königreich der NiederlandeKönigreich der Niederlande überquert haben. Einige Falter nahmen eine nördlichere Route und gelangten auf diese Weise schließlich nach DänemarkDänemark und Süd-SchwedenSchweden.

Den Ursprung der 1995 in IrlandIrland gesichteten vier TrauermäntelNymphalis antiopa (Linnaeus, 1758)Trauermäntel sehen David NashDavid Nash, Trevor BoydTrevor Boyd und Deirdre HardimanDeirdre Hardiman in Nord-Amerika Nash; Boyd; Hardiman, 2012 - Ireland's Butterflies - A Review.