Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel, Ende Januar in Deutschland

  • Falter (überwinternd)
  • Falter
Springe zu: Landesweite Verbreitung Verbreitung im Rheinland/Westfalen Verbreitung in/um Bonn

Landesweite Verbreitung

/PicturesNA/Graphics/Maps/antiopa_distribution_germany.png

Hauptverbreitung des Trauermantels in Deutschland

Obwohl man dem Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel in sämtlichen deutschen Bundesländern begegnen kann, gibt es heute nur noch sehr wenige Gebiete DeutschlandDeutschlands, in denen der Falter bodenständig ist.

Der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel ist in DeutschlandDeutschland an keinem Ort häufig.

In vielen Gebieten, in denen der Falter früher einmal allgegenwärtig war, ist er seit Jahrzehnten nahezu vollständig verschwunden. Dazu gehören auch noch heute erhaltene naturnahe Gebiete.

Regelmäßig und mit konstanten Populationen kommt der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel in DeutschlandDeutschland nur in Gebirge (Alpen: 800-1850m Höhe, Mittelgebirge 450-1500m Höhe)montanen Gebieten Weidemann, 1986 - Naturführer Tagfalter Band 1 - Entwicklung-Lebensweise und in Teilen Ost-DeutschlandDeutschlands vor, das sind insbesondere:

/PicturesNA/Photos/Butterflies/Rau/nymphalis_antiopa_rau_falter_1.jpg

Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Aufnahme: Ulrich RauUlrich Rau; DeutschlandDeutschland

  • Schwarzwald, Baden-Württemberg, DeutschlandSchwarzwald,
  • Bayerischer Wald, Bayern, DeutschlandBayerischer Wald,
  • Kühle Gebiete der Oberpfalz, Bayern, DeutschlandOberpfalz,
  • Am Fuß vom Thüringer Wald, Bayern, DeutschlandThüringer Wald,
  • In Teilen von Brandenburg, DeutschlandBrandenburg, , in und um Berlin, DeutschlandBerlin1
  • In Teilen von Sachsen-Anhalt, DeutschlandSachsen-Anhalt, und Sachsen, DeutschlandSachsen,

Die genaue Ursache für den starken Rückgang der Art in den letzten Jahrzehnten in de und vielen anderen europäischen Ländern ist bislang nicht eindeutig ermittelt.

Es existieren verschiedene Theorien:

  • Natürliche zyklische Populationsschwankungen, z.B. durch klimatische Einflüsse, Fressfeinde oder Parasiten Ebert; Rennwald, 1991 - Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1, Tagfalter I Young, 1980 - Some observations on the natural history and behavior of the Camberwell Beauty (Mourning Cloak) butterfly, Nymphalis antiopa (Linnaeus) (Lepidoptera; Nymphalidae) in the United States.
  • Eine globale Klimaänderung, z.B. durch wärmere Winter und/oder regenreichere Sommer Kinkler, 1997 - War die Hoffnung auf die Wiederansiedlung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) im Rheinland trügerisch? (Lep., Nymphalidae).
  • Vermehrter Einsatz von Insektiziden, woduch die wichtige Nahrungsquelle "Fallobst" belastet wird Weidemann, 1988 - Naturführer Tagfalter Band 2 - Biologie-Ökologie-Biotopschutz.
  • Zerstörung der Larvalhabitate, z.B. durch Begradigung und Säuberung von Waldsäumen, wobei u.a. Weiden und Birken entfernt werden Settele, 1999 - Die Tagfalter Deutschlands.
  • "Aufräumen" von Waldgebieten mit verbundener Entfernung von Überwinterungsmöglichkeiten, wie z.B. Holzstapeln oder Reisighaufen Settele, 1999 - Die Tagfalter Deutschlands.
  • Eine Epedemie bei der durch Krankheit Populationen vollständig erlöschen können Busch, 1970 - Tag- und Nachtfalter in der Hocheifel.

1Insbesondere im Süden/Südosten von Berlin sieht man den Trauermantel oft (Quelle: André Mattuschka, pers. comm.).

Verbreitung im Rheinland/Westfalen

Der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel verschwand im nördlichen Rheinland und westlichen Westfalen nach dem kalten Winter 1954/55 vollständig und hat sich seit dem nicht wieder eingebürgert Kinkler, 1996 - Wiedereinwanderung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) ins nördliche Rheinland und ins westliche Westfalen (Lep., Nymphalidae).

Dieser ungewöhnlich harte Winter war auch für das Auslöschen der gesamten Population des Hochmoorgelbling (Colias palaeno)Zitronengelber HeufalterHochmoorgelblings im Hohes Venn, BelgienHohen Venn verantwortlich.

/PicturesNA/Photos/Trees/Ohrweiden_Hohes_Venn_September_2003_small.jpg

Ohr-Weide (Salix aurita)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Hohes Venn, BelgienHohes Venn, BelgienBelgien (September 2003)

/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/Colias_palaeno_Hinterzarten_2017_07_05_A_medium.jpg

Hochmoorgelbling (Colias palaeno)Zitronengelber HeufalterHochmoorgelbling

Ein fliegender männlicher Hochmoorgelbling (Colias palaeno) im Hinterzartener Moor

An diesem Tag war es im Hinterzartener Moor um die 30° Grad heiß. Rund ein dutzend Hochmoorgelblinge sah ich durch das Moor flattern. Immer wieder setzten sie sich zur Nektaraufnahme vorzugsweise auf die Blüten der Sumpf-Blutaugen.

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Hinterzarten, Baden-Württemberg, DeutschlandHinterzarten, Baden-Württemberg, DeutschlandBaden-Württemberg, DeutschlandDeutschland (5. Juli 2017 , 10:50 Uhr)

Durch den fehlenden schützenden Schnee fielen den eisigen Temperaturen sämtliche überwinternden Raupen des Falters zum Opfer LÖBF, 1997 - Praxishandbuch Schmetterlingsschutz.

Der Hochmoorgelbling (Colias palaeno)Zitronengelber HeufalterHochmoorgelbling ist seitdem im Hohen Venn ausgestorben.

Gelegentliche Sichtungen des Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantels im Rheinland und Westfalen sind vermutlich auf gezüchtete Exemplare oder vereinzelte Einwanderer zurückzuführen. Fest angesiedelte bzw. etablierte Populationen sind unwahrscheinlich.

Beachtenswert ist das Jahr 1995, in diesem wurde eine ungewohnt große Anzahl Falter gemeldet, es wurde gar von Wiedereinwanderung gesprochen Kinkler, 1996 - Wiedereinwanderung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) ins nördliche Rheinland und ins westliche Westfalen (Lep., Nymphalidae). Vergleichend mit den Anzahlen von Meldungen in den Niederlanden (ca. 1000 Falter) und Dänemark (ca. 2000 Falter), wo es in 1995 zu Masseneinwanderungen kam, waren die Rheinland/Westfalen-Meldungen allerdings eher bescheiden.

Schon ein Jahr später zeigte sich, dass die Anzahl Falter zu gering und die Wetterbedingungen zu ungünstig für eine erfolgreiche Wiederansiedlung waren.

Selbst in den Niederlanden kam es in der Folgezeit wieder zu einem rapiden Rückgang der Meldungen, so wurden im Frühjahr 1997 dort nur noch 25 Falter gesichtet Kinkler, 1997 - War die Hoffnung auf die Wiederansiedlung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) im Rheinland trügerisch? (Lep., Nymphalidae).

Im Kreis Ahrweiler (ca. 20 km südwestlich von Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn) kam der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel zwischen 1924 und 1940 zahlreich vor Busch, 1970 - Tag- und Nachtfalter in der Hocheifel:

... man an Birken und Weiden in allen Tälern ... sofern nur die Futterpflanze dort stand, die großen Raupengesellschaften ... am Futterzweig hingen. Damals hätte man mit Leichtigkeit Tausende von Trauermantelraupen eintragen und zum Falter heranziehen können.

1970 wurde dort kein einziger Falter mehr gesehen.

/PicturesNA/Photos/Butterflies/Lintzmeyer/Nymphalis_antiopa_Lintzmeyer_falter_3.jpg

Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel

Trauermantel (Nymphalis antiopa) an einem Blatt hängend

[Zuchtaufnahme]

Aufnahme: Gerd LintzmeyerGerd Lintzmeyer; Lichtetal, Thüringen, DeutschlandLichtetal, Thüringen, DeutschlandThüringen, DeutschlandDeutschland (8. August 2000)

Zucht: Gerd LintzmeyerGerd Lintzmeyer

Im nördlichen Rheinland und in Westfalen starben sämtliche bodenständigen Populationen nach dem sehr harten Winter 1955/56 aus Kinkler, 1996 - Wiedereinwanderung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) ins nördliche Rheinland und ins westliche Westfalen (Lep., Nymphalidae).

Teilweise haben sich Populationen in DeutschlandDeutschland durch Einwanderungen aus östlicheren Gebieten wieder erholen können. Einem Erliegen der Populationen in Nordbayern in den Nachkriegsjahren folgte beispielsweise ab ca. 1960 eine Wiederbesiedlung aus dem Grenzstreifen zur heutigen Tschechei Weidemann, 1988 - Naturführer Tagfalter Band 2 - Biologie-Ökologie-Biotopschutz.

Obwohl der Falter bisweilen enorme Wanderungen unternimmt, breitet er sich in DeutschlandDeutschland in den letzten Jahrzehnten kaum weiter aus (im Gegensatz zu anderen Wanderfaltern verläßt nur ein Teil der Falter den Ursprungsort).

In Schleswig-Holstein gilt der Falter als nicht bodenständig Kolligs, 2003 - Schmetterlinge Schleswig-Holsteins, Atlas der Tagfalter, Dickkopffalter und Widderchen.

Verbreitung in/um Bonn

Der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel ist in Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn nicht heimisch bzw. bodenständig.

Ich habe den Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel in Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn und Umgebung in 50 Jahren nur ein einziges Mal sichten können. Siehe hierzu Meine Sichtungen (1977).

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)Großer Fuchs

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros) im Kottenforst

Die Überraschung war groß, als ich im Frühjahr 2014 zum ersten Mal in Bonn einen Großen Fuchs erblickte. Gleich zwei Exemplare zogen am Fuße einer Salweide ihre Runden und setzen sich immer wieder zum Sonnen auf den Kiesweg oder die vertrocknete Vegetation des Vorjahres. Der Große Fuchs ist der nächste Verwandte des Trauermantels.

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandNordrhein-Westfalen, DeutschlandDeutschland (20. März 2014 , 14:20 Uhr)

Ebenfalls ein im Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonner Raum seltener Besucher ist der Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)Große Fuchs.

Meine erste und bisher einzige Sichtung hatte ich im zeitigen Frühjahr des Jahres 2014. Auf einem Waldweg im Kottenforst (Bonn), Nordrhein-Westfalen, DeutschlandKottenforst traf ich gleich zwei Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)Große Füchse an. Wie ein Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel überwintert auch der Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)Große Fuchs als Falter.

Der Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)Große Fuchs wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt.

Die einzigen mir bekannten weiteren Sichtungen der letzten Jahrzehnte in und um Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn sind Artikeln von Helmut KinklerHelmut Kinkler Kinkler, 1996 - Wiedereinwanderung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) ins nördliche Rheinland und ins westliche Westfalen (Lep., Nymphalidae) Kinkler, 1997 - War die Hoffnung auf die Wiederansiedlung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) im Rheinland trügerisch? (Lep., Nymphalidae) aufgeführt:

Ort Datum Anzahl Falter
Bonn-Kottenforst 14.04.1996 1
Königswinter-Oberdollendorf 12.09.1995 1
Wachtberg-Pech 17.08.1995 1
/PicturesNA/Photos/Landscape/Drachenfels_2009_04_11_medium.jpg

Der Drachenfels vom Oelberg aus gesehen

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Siebengebirge, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandSiebengebirge, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandNordrhein-Westfalen, DeutschlandDeutschland (11. April 2009)

Vor etwa 150 Jahren muss der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel in der Gegend um Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn noch vorgekommen sein: Henry Gardiner Adams (1811-1881)Henry Gardiner Adams zitierte 1854 einen unbekannten Autor, der auf dem Gipfel des Drachenfels, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandDrachenfelses im Siebengebirge, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandSiebengebirge nahe Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn einige Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermäntel entdeckte (siehe Anekdoten (Henry Gardiner Adams: Beautiful Butterflies: Camberwell Beauty(1854))) Adams, 1854 - Beautiful Butterflies: The British Species described and illustrated with an introductory chapter containing the History of a Butterfly through all its changes and transformations.