Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel, Mitte Januar in Deutschland

  • Falter (überwinternd)
  • Falter
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Roer'sche Freilandversuche

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Europakarte mit Bonn und Chalkidiki

Zur Untersuchung des Migrationsverhaltens des Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantels hat Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer in den Jahren 1962 und 1968 in Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn Freilandversuche durchgeführt Roer, 1970 - Untersuchungen zum Migrationsverhalten des Trauermantels (Nymphalis antiopa L.) (Lep., Nymphalidae).

Die Falter waren als Raupe im vorletzten Larvenstadium aus der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, Makedonien, GriechenlandMakedonien, GriechenlandGriechenland eingetragen und im Museum Alexander Koenig, Bonn weiter gezüchtet worden. Nach dem Schlupf wurden die Falter einige Kilometer südwestlich von Bonn, Nordrhein-Westfalen, DeutschlandBonn ausgesetzt.

Zur Identifizierung hat Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer sie vor dem Aussetzen durch das Aufkleben reflektierender Punkte (Flügeletiketten) auf den Flügeln signiert.

Flügeletikett "2 Museum Bonn" Flügeletikett "zurück"

Da 1962 die Wetterbedingungen zum und nach dem Zeitpunkt des Schlupfes einen Falterflug mehrere Wochen lang verhinderten, mussten die Falter in dieser Zeit ohne Nahrung auf ihr Aussetzen warten. Da dies keine negativen Auswirkungen zu haben schien, wurde in der Versuchsreihe von 1968 ein Sonderversuch bzgl. dieser Feststellung durchgeführt.

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Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel

Nymphalis antiopa ssp. antiopa mit Flügeletikettierung (ex larva)

[Zuchtaufnahme; 77 mm]

Untersuchungen zum Migrationsverhalten des Trauermantels, von Hubert Roer, Bonn: Wiedergefangener Versuchsfalter.

Fund: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer leg.; Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, Makedonien, GriechenlandMakedonien, GriechenlandGriechenland (1968)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (23. Oktober 2009)

Zucht: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer; Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandMuseum Alexander Koenig (Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandBonn), DeutschlandDeutschland (Juni 1968)

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Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel

Nymphalis antiopa ssp. antiopa mit Flügeletikettierung (ex larva)

[Zuchtaufnahme; 77 mm]

Untersuchungen zum Migrationsverhalten des Trauermantels, von Hubert Roer, Bonn: Wiedergefangener Versuchsfalter.

Fund: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer leg.; Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, Makedonien, GriechenlandMakedonien, GriechenlandGriechenland (1968)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (23. Oktober 2009)

Zucht: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer; Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandMuseum Alexander Koenig (Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandBonn), DeutschlandDeutschland (Juni 1968)

Bei 868 im Jahre 1962 (24.06, 08.07 und 10.07.1962) freigelassenen Faltern kam es zu lediglich 16 Rückmeldungen (= 1.85%). Bis auf einen 20 km südwestlich gelegenen Fundort (März 1963) waren alle übrigen Fundorte weniger als 10 km vom Aussetzplatz entfernt und zum größten Teil nordlich bzw. nordöstlich gelegen. 3 Wiederfunde betrafen Falter, die im September/Oktober umherflogen und eingefangen wurden.

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Olivenhain (Chalkidiki)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (4. Mai 2004)

Im Jahr 1968 waren die Wetterbedingungen besser und ähnlich denen auf Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, .

Bei den an drei verschiedenen Tagen freigelassenen 1627 Faltern gab es auch hier lediglich 14 Rückmeldungen (= 0.86%).

Am ersten Abflugtag (14.06.1968) war es sonnig und es herrschte Südwind. Ein Teil der Falter flog unmittelbar mit dem Wind ab. Die ersten Wiederfunde nach 7 und 10 Tagen meldeten in einer nordwestlichen Entfernung von 18 bzw. 31 km in Sommerdiapause befindliche Falter.

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Macchia (Chalkidiki)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (15. Mai 2004)

Der zweite Abflugtag (21.06.1968) war deutlich kühler und es wurden an diesem Tag keine direkten Wanderungen beobachtet. Aber in den folgenden Tagen wurde das Wetter bei erneutem Südwind wieder besser. Nach 3 und 8 Tagen wurden die ersten beiden Wiederfunde gemeldet. Die Entfernung betrug hier 18 bzw. 75 km, die Richtung der Funde war nördlich und beide Falter befanden sich in Häusern in Sommerdiapause. 2 Wiederfunde betrafen Falter, die im September/Oktober umherflogen.

Am dritten Abflugtag (29.07.1968) wurden 100 Falter entlassen, die nach ihrem Schlupf 6 Wochen ohne Nahrung in einem dunklen Kasten bei ca. 10 Grad Celsius verbracht hatten. Hier kam es 26 Tage später zum einzigen Wiederfund in 5 km östlicher Entfernung.

Nach Auswertung der Wiederfunde von Faltern kam Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer zu folgenden Ergebnissen bzw. Schlussfolgerungen:

  • Nach Verlassen der Puppenhülle wandern die Falter bei geeignetem Flugwetter ab
  • Der Falter wandert mit dem Wind (Mitwindmigration)
  • Frisch geschlüpfte Falter benötigen zunächst keine Nahrung
  • Die Populationen aus Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, halten nach Abschluss ihrer Wanderung eine Sommerdiapause
  • Vor Überwinterung werden die Falter erneut aktiv, um sich ein Reservestoffdepot anzumästen
  • Mit einer raschen Erholung der mitteleuropäischen Populationen ist nicht zu rechnen, da die Chancen, dass ein Zuwanderer nach erfolgreicher Überwinterung einen bodenständigen Partner findet, oder zwei Immigranten einander finden, sehr gering sind.
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Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel

Nymphalis antiopa ssp. antiopa (ex larva)

[Zuchtaufnahme; 72 mm]

Untersuchungen zum Migrationsverhalten des Trauermantels, von Hubert Roer, Bonn.

Fund: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer leg.; Chalkidiki, Makedonien, GriechenlandChalkidiki, Makedonien, GriechenlandMakedonien, GriechenlandGriechenland (1968)

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (23. Oktober 2009)

Zucht: Hubert Roer (1926-2002)Hubert Roer; Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandMuseum Alexander Koenig (Museum Alexander Koenig (Bonn), DeutschlandBonn), DeutschlandDeutschland (Juni 1968)

Der letzte Schluss hat sich heute, 53 Jahre später, offensichtlich bestätigt...

Distelfalter Migrationsforschung

Der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter ist in den letzten Jahren vermehrt Gegenstand der Migrationsforschung.

Wie der Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel ist der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter ein Wanderfalter. Das Wanderverhalten des Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalters ist saisonal wiederholend und vollzieht sich über mehr oder wenige feste Routen, wie dies auch bei vielen Zugvögeln der Fall ist.

Im Gegensatz zum Trauermantel (Nymphalis antiopa)Trauermantel ist der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter aber in Europa für gewöhnlich häufig und im Prinzip an beliebigen Orten anzutreffen. Der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter hat weder eine Sommer- noch Winterruhe. Er vollzieht eine ununterbrochene Generationenfolge mit einigen Generationen pro Jahr. Die Futterpflanzen der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter-Raupen (z.B. einige Distelarten, Große Brennnessel (Urtica dioica)Große Brennnessel) sind weit verbreitet. Der Falter ist anpassungsfähig und seine Zucht ist vergleichsweise einfach: Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter-Raupen lassen sich sogar über das Internet bestellen und auf dem Postweg erhalten.

BBC-Sendung The Great Butterfly Adventure - Africa to Britain with the Painted Lady

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Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter

Distelfalter (Cynthia cardui) am Gamsberg-Pass in Namibia

Beim Befahren des Gamsberg-Passes sah ich nur hier und da ein paar Schmetterlinge in der ansonsten recht kargen Landsschaft. Dann aber standen neben der Straße einige Blütenpflanzen, deren wenige Blüten voller saugender Schmetterlinge waren. Der davon einzige mir aus Europa bekannte Schmetterling war der fotografierte Distelfalter.

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Gamsberg, Khomas, NamibiaGamsberg, Khomas, NamibiaKhomas, NamibiaNamibia (5. April 2016 , 17:02 Uhr)

In der von Martha KearneyMartha Kearney und James LoganJames Logan moderierten 90-minütigen Sendung The Great Butterfly Adventure - Africa to Britain with the Painted Lady berichtete die BBC im Herbst 2016 in schönen Bildern über den Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter und sein Wanderverhalten.

Die meisten Szenen der Sendung spielen rund um das Rothamsted Research in Harpenden/Hertfordshire sowie in MarokkoMarokko südlich von Marrakesch, MarokkoMarrakesch zwischen dem Atlasgebirge und der Sahara.

Inhaltlicher Kern der Sendung sind im wesentlichen die wissenschaftlichen Arbeiten von Migrationsspezialisten wie Constanti StefanescuConstanti Stefanescu vom Granollers Museum of Natural Sciences, Rebecca NesbitRebecca Nesbit und Mitarbeitern des Rothamsted Research.

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Monarch (Danaus plexippus)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarch

Monarch (Danaus plexippus) auf einer vertrockneten Pflanze im Taoro-Park im Stadtgebiet von Puerto de la Cruz, Teneriffa

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (16. Oktober 2014 , 16:03 Uhr)

Nach Aussage der BBC-Sendung handelt es sich beim Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter um den am weitesten verbreiteten und die größte Wanderstrecke zurücklegenden Tagfalter der Welt. Die bei der Wanderung überbrückte Strecke liegt mit bis zu 5.000 Kilometern sogar höher, als die des Monarch (Danaus plexippus)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarchs. Monarch (Danaus plexippus)MonarchfalterAmerikanischer MonarchMonarchs legen bei ihrer Wanderung vom nördlichen Amerika nach MexikoMexiko etwa 3.500 Kilometer zurück. Der 0,2 Gramm schwere Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter fliegt mit einer maximalen Geschwindigkeit von 48 km/h (30 Meilen pro Stunde). Die Weibchen sind in der Regel größer und die Farbe ihrer Flügel blasser, als die der Männchen.

Geografischer Ursprung der nach Europa einwanderten Falter ist Nordafrika. Für Falter des westlichen und nord-westlichen Europas ist dies MarokkoMarokko. Falter aus südlichen und südöstlichen europäischen Gebieten (z.B. ItalienItalien, GriechenlandGriechenland) wandern aus Gebieten östlich von MarokkoMarokko ein.

In Nordafrika verbringen die Falter den Winter. Anfang März verlässt ein Teil der in MarokkoMarokko erscheinenden Faltergeneration ihr Geburtsgebiet und zieht über das über 4000 Meter hohe Atlasgebirge nordwärts. Die übrigen Falter verbleiben vor Ort oder wanderen in östliche Richtung.

Die ins westliche Europa wandernden Falter überqueren das Mittelmeer, um sich anschließend bevorzugt im 1.500 Kilometer entfernten Katalonien, SpanienKatalonien, SpanienSpanien niederzulassen. Hierfür benötigen sie mit Rückenwind-Unterstützung zwischen 20 und 36 Stunden. Einige der katalonischen Falter ziehen weiter nordwärts, die übrigen Falter vermehren sich vor Ort. Die dabei entstehende neue Generation verbleibt wiederum teilweise in Katalonien, SpanienKatalonien, oder zieht weiter nordwärts. Im nördlichen FrankreichFrankreich wiederholt sich das Prozedere. Wieder zieht ein Teil der Falter weiter nordwärts, z.B. ins Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigte Königreich, wo sich ab Anfang Mai das Prozedere erneut wiederholt. Auf diese Weise gelangen manche Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter bis in Regionen um den Polarkreis. Einige Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter - sog. Pioniere - fliegen die gesamte Strecke von MarokkoMarokko bis ins Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigte Königreich.

Nach Aussage von Richard FoxRichard Fox von Butterfly Conservation wurden in 2016 bereits im Januar/Februar einige Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich gesichtet, insbesondere im Südwesten EnglandEnglands. Ihren Ursprung hatten die Falter in MarokkoMarokko. Gründe für die frühe Ankunft der Falter waren warme Temparturen und Süd-Winde. Erst im Juni/Juli 2016 kam es im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich zu massenhaften Einwanderungen von Distelfalter (Vanessa cardui)Vanessa cardui. Schlechte Wetterbedingungen von März bis Mai waren die Ursache der späten Ankunft. Im späten Oktober treten die Falter ihre Heimreise nach Afrika an.

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Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter

Distelfalter (Cynthia cardui) in der Sächsischen Schweiz

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels (28. Juli 2016 , 13:53 Uhr)

Insgesamt sind es bis zu 6 Generationen von Distelfalter (Vanessa cardui)Vanessa cardui, die von MarokkoMarokko startend bis zum Polarkreis und zurück nach MarokkoMarokko fliegen.

Von den aus MarokkoMarokko ursprünglich östwärts ziehenden Falter zieht auf ähnliche Art und Weise ein Teil über das Mittelmeer nach ItalienItalien oder GriechenlandGriechenland. Aus diesen Gebieten zieht wiederum ein Teil der ankommenden Falter und der Falter der neu gebildeten Generation weiter in nördliche Richtung.

In 2016 war das Wetter in Mai/Juni ungewöhnlich regnerisch, so dass die meisten Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter im Vereinigtes Königreich (Großbritannien)Vereinigten Königreich in diesem Jahr erst verspätet gegen Ende Juni bzw. Anfang Juli eintrafen. Dabei verbreiteten sie sich praktisch über die gesamten Britischen Inseln. Die Wetterbedingungen weiter östlich waren im Frühjahr besser, so dass es im Mai/Juni 2016 zu vielen Einwanderungen in Korfu und Kreta kam.

Constanti StefanescuConstanti Stefanescu ermittelte, dass in MarokkoMarokko im Frühjahr ca. 60-70% aller Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter-Raupen von Larven der Brackwespe Cotesia vanessaeCotesia vanessae befallen sind. In einer befallenen Raupe entwickeln sich zwischen 50 und 70 Larven (Organismus der in seiner Entwicklung parasitisch lebt und den Wirt zum Abschluss der Parasitierung tötetParasitoiden), aufgrund derer die Raupe schließlich stirbt. Die aus den Larven schlüpfenden Brackwespen sind zumeist weiblich und können sich ohne männliches Zutun mittels erneuten Befallens von Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter-Raupen vermehren. Constanti StefanescuConstanti Stefanescu schließt, dass die nach Europa wandernden Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter durch ihre Wanderung den Organismus der in seiner Entwicklung parasitisch lebt und den Wirt zum Abschluss der Parasitierung tötetParasitoiden MarokkoMarokkos entkommen.

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Segelfalter (Iphiclides podalirius)Segelfalter

Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) mit einem Segelfalter (Iphiclides podalirius) im Ellerbachtal/Mosel

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Ellerbachtal, Ellerbachtal, Calmont/Mosel, Rheinland-Pfalz, DeutschlandEllerbachtal, Ellerbachtal, Calmont/Mosel, Rheinland-Pfalz, DeutschlandEllerbachtal, Calmont/Mosel, Rheinland-Pfalz, DeutschlandCalmont/Mosel, Rheinland-Pfalz, DeutschlandRheinland-Pfalz, DeutschlandDeutschland (8. Juli 2018 , 10:18 Uhr)

Das älteste bekannte Exemplar eines Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalters findet sich - so die BBC-Sendung - im Natural History Museum, London unter der Obhut von Blanca HuertasBlanca Huertas: Es ist ein getrockneter Falter von Hans Sloane (1660-1753)Hans Sloane, einem Wissenschaftler und Insektensammler. Der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter liegt in gepresster Form in einem in Buchform vorliegenden Sammlung getrockneter und gepresster Pflanzen bzw. PflanzenteileHerbarium des Botanikers Adam Buddle (1662-1715)Adam Buddle vor. Das Sammlung getrockneter und gepresster Pflanzen bzw. PflanzenteileHerbarium stammt aus dem späten 17ten Jahrhundert und der Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter trägt dort bereits seinen auch heute noch verwendeten englischen Namen: Painted Lady.

Interessant: Carl von Linné (1707-1778)Carl von Linné hat seinerzeit den Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)Schmetterlingsflieder nach Adam Buddle (1662-1715)Adam Buddle benannt.

Das Natural History Museum, London beherbergt mit ca. 3.000 Exemplaren die größte Sammlung von Distelfalter (Vanessa cardui)Vanessa cardui weltweit.

Rebecca NesbitRebecca Nesbit hat experimentell herausgefunden, dass sich Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter bei ihrer Wanderung über den Sonnenstand orientieren. Wie die Falter dabei die tages- und jahreszeitabhängigen unterschiedlichen Sonnenstände berücksichtigen, ist noch nicht abschließend geklärt1. Rebecca NesbitRebecca Nesbit verwendete für ihre Versuche eine zylindrische Tonne, in welcher jeweils ein Falter befestigt an einem Draht im Kreis fliegen kann. In Zusammenarbeit mit Jason LimJason Lim vom Rothamsted Research wurde für die Forschungen auch das sog. Harmonische Radar (Englisch: Harmonic Radar) eingesetzt. Das Radar hat eine maximale Mess-Reichweite von etwa einem Kilometer. Die Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter werden auf der Brust mit einer kleinen Antenne versehen und sind so für das Radar alle 3 Sekunden sichtbar.

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Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter

Distelfalter (Cynthia cardui) bei Klotten/Mosel

Aufnahme: Ingo DanielsIngo Daniels; Klotten, Rheinland-Pfalz, DeutschlandKlotten, Rheinland-Pfalz, DeutschlandRheinland-Pfalz, DeutschlandDeutschland (16. Juli 2009 , 11:15 Uhr)

Jason ChapmanJason Chapman bestimmte mit Hilfe eines vertikal ausgerichteten Radars (Vertical-looking Entomological Radar) Flughöhe, Geschwindigkeit und Richtung wandernder Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter. Das Radargerät ermöglicht eine Detektion bis in eine Höhe von 1.2 km. In dieser Höhe beträgt der Durchmesser des Messbereichs 30 Meter. Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter lassen sich über ein spezielles typisches Muster im Messergebnis bestimmen. Jason ChapmanJason Chapman hat bei seinen Messungen herausgefunden, dass Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter bis in einer Höhe von 1 Kilometer ihren Wanderflug in nördliche Richtung vollziehen. Jason ChapmanJason Chapman arbeitet ferner an der Fragestellung, in welcher Form Gene für Migrationstendenzen verantwortlich sind. Er vermutet, dass Umweltbedingungen wie Wetter oder Futterpflanzenqualität Migrationsgene aktivieren können. Einige Gene bewirken, dass Körperfett in Flug-Treibstoff umgewandelt wird. Andere Gene sorgen für gut ausgebildete kräftige Flugmuskeln, wie sie bei Lang-Fliegern festzustellen sind. Da die Gene bei einzelnen Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalter-Individuen unterschiedlich ausgeprägt sind, gibt es einige Falter die wandern und andere Falter die nicht wandern.

Zusammenfassend werden in der BBC-Sendung folgende Gründe für die Wanderung des Distelfalter (Vanessa cardui)Distelfalters genannt:

  • Wetterbedingungen
  • Präsenz, Menge und Qualität des Nahrungsangebots
  • Genetische Faktoren
  • Organismus der in seiner Entwicklung parasitisch lebt und den Wirt zum Abschluss der Parasitierung tötetParasitoiden

Trotz mancher vermutlich der Dramaturgie geschuldeter etwas überschwenglicher Aussage und der ein oder anderen didaktisch motivierten Wiederholung ist die BBC-Sendung sehr interessant und äußerst sehenswert.

1Andere Schmetterlinge verfügen hierfür in ihren Fühlern über eine sog. Circadiane Uhr (Circadion Clock).