Trauermantel.de

Der Trauermantel streift weit umher, daher kann man ihn im Prinzip in einer Vielzahl von Biotoptypen finden: In Laub- und Nadelwäldern, Niederungen, trockenen Felsschluchten, Parks, Vorstadtgärten und auch hoch in den Bergen bis auf eine Höhe von etwa 2000m. Auch an Küsten und sogar auf dem offenen Meer lässt sich der Falter antreffen.

Generell zeigt der Falter aber eine Tendenz zu kühl-klimatischen Biotopen Quelle: Schulte et al., 2007a - Die Tagfalter der Pfalz, Band 1 mit höherer Luftfeuchte Quelle: Weidemann, 1986 - Naturführer Tagfalter Band 1 - Entwicklung-Lebensweise. Der Trauermantel wählt gerne geschützte, Wind und Sonne nicht voll ausgesetzte Stellen Quelle: Schulte et al., 2007a - Die Tagfalter der Pfalz, Band 1.

Hügelland oder Berge (montane Stufe) werden vom Trauermantel präferiert Quelle: Ebert/Rennwald, 1991 - Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1, Tagfalter I - in Deutschland kommt er regelmäßig hauptsächlich in höheren Lagen vor. In tieferen Lagen sind nordexponierte Hänge und weniger besonnte "abflusslose" Wiesentäler (mit Bächen) erforderlich, in denen sich die Kaltluft staut Quelle: Weidemann, 1988 - Naturführer Tagfalter Band 2 - Biologie-Ökologie-Biotopschutz.

Habitat des Trauermantels mit Salweide, Zitter-Pappel und Eiche; Foto: Gerd Lintzmeyer; Zeitzer Forst, Sachsen-Anhalt, Deutschland (18. Juli 2006)

Habitat des Trauermantels; Zur Zeit der Aufnahme waren gleichzeitig Kleiner Schillerfalter (rot und blau), C-Falter, Tagpfauenauge, Admiral, Zitronenfalter, Landkärtchen und Faulbaum-Bläuling in unmittelbarer Nähe.; Foto: Gerd Lintzmeyer; Zeitzer Forst, Sachsen-Anhalt, Deutschland (Juli 2006)

Der Trauermantel ist kein Bewohner dicht geschlossener Hochwälder Quelle: Ebert/Rennwald, 1991 - Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1, Tagfalter I, sondern fliegt bevorzugt an Flüssen, Bächen und Teichufern, insbesondere, wenn in deren Umfeld auch die Futterpflanzen der Raupen häufig vertreten ist Quelle: Moucha/Vancura, 1973 - Schmetterlinge Tagfalter.

Er patroulliert gerne breite Waldwege und nutzt diese auch als Ruheplatz zum Einfangen warmer Sonnenstrahlen Quelle: Settele et al., 1999 - Die Tagfalter Deutschlands.

Habitat des Trauermantels; Ein Trauermantel jagte kurz vor der Aufnahme in hohem Tempo einen anderen wesentlich kleineren Schmetterling. Die beiden Falter flogen etwa 3 Meter über dem Fluss. Das Klima ist innerhalb der Schlucht feucht-kalt, an offenen Stellen wie an der fotografierten Brücke feucht-warm. Die Hänge der Schlucht sind an dieser Stelle nord/süd-exponiert. Nicht weit entfernt wurde auch ein Großer Fuchs gesichtet.; Foto: Ingo Daniels; Caramanico Terme, Orfento-Schlucht, Abruzzen, Italien (10. Mai 2008)

Mit welchen anderen Tagfaltern kommt der Trauermantel oft gemeinsam an einem Ort vor?

Der Trauermantel gilt als Biotopkomplexbewohner, also als eine Art, deren Lebensfunktionen (Eiablage, Raupenwachstum, Paarung, Nahrungsaufnahme der Falter) sich über mehrere verschiedene Biotope erstreckt Quelle: Settele et al., 1999 - Die Tagfalter Deutschlands.

Habitat des Trauermantels; An diesem kleinen lichten Birkenwäldchen im Botanischen Garten von Berlin-Dahlem hielt sich ein Trauermantel etwa 40 Minuten lang auf. Hinter dem Birkenwäldchen liegt ein Areal mit ein paar Weiden.; Foto: Ingo Daniels; Berlin-Dahlem, Botanischer Garten, Deutschland (22. März 2012, 13:09 Uhr)

nach oben