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Beautiful Butterflies: Camberwell Beauty (1854)

Henry Gardiner Adams (1811-1881)

Beautiful Butterflies: Camberwell Beauty (1854)

Es war an einem Sommerabend in jungen Jahren, als ich, kaum der Kindheit entwachsen, an einem Urlaubstag durch die Wälder streifte und meine Aufmerksamkeit auf einen Zweig gelenkt wurde, auf dem ein Trauermantel ruhte. Nie zuvor hatte ich solch Perfektion gesehen. Mein Auge hing an den tief dunklen, samtigen Flügeln, umrandet von einem Weiß wie das des Hermelins, aufgelockert durch einen inneren Rand aus metallisch blauen Flecken, wie Armbänder aus Lapislazuli.
In diesem Moment könnte ich genau die Stelle im Wald, wo sich mir dieser Anblick darbot, ausmachen und ich erinnere mich gut an die Verzückung, mit welcher ich meine Beute fing und triumphierend davon trug, um sie einer Gruppe von Schulkameraden zu zeigen. Ich kann ihre erhobenen Hände sehen, ihre überraschten Ausrufe hören, als sie des prächtigen Gefangenen gewahr wurden. Ich kann mich an ihre Gesichter und ihre Gestalt erinnern, als ob sie jetzt neben mir stünden, obwohl jeder Einzelne von ihnen schon vor langer Zeit abberufen wurde und nun mit größeren Dingen vertraut ist, als sich der Mensch in seiner irdischen Wahrnehmung träumen ließe.
Aber für mich, unbedeutend wie diese kleine Episode vielen erscheinen mag, sind die Auswirkungen auf mein Leben weder unbedeutend, nutzlos, noch ohne Einfluss gewesen: Ich verdanke ihr viele glückliche Stunden. Dieses „armselige Insekt“ entfachte in mir ein Verlangen, welches nie erloschen ist; und die Beschäftigung mit der Naturkunde ist seit dem mein Trost in Zeiten, in denen es das Gemüt nach etwas verlangt, wo es sich zurückziehen kann, fern von den Geschäften und Bestrebungen der Welt.
Es begab sich, dass von der Zeit an, die ich gerade beschrieben habe, bis vor einigen Sommern auf einem der Bergpässe der Pyrenäen, mir noch nie ein lebendiges Exemplar von Vanessa antiopa begegnet war, bis, an einem herrlichen Tag, auf einem Zweig, welcher das genaue Ebenbild desselben aus meiner Kindheit schien, ich die ausgebreiteten Flügel dieses Insekts erblickte und die Tage "längst vergangener Zeit"1 die es mir zum ersten Mal vor Augen geführt hatten, zeigten sich klar und lebhaft vor meinem geistigen Auge, als wäre es erst gestern gewesen.
Diesen Sommer bin ich erneut (und das nicht selten) mit diesem Gefährten meiner jungen Jahre zusammengetroffen. Sie mögen in der Tat Kinder der Sonne genannt werden. In den heißen und schwülen Mittagsstunden flatterten sie vorbei, wobei es fast unmöglich war, ihrem Weg zu folgen, und wenn sich auf ihrem Flug zwei oder drei auf einer Lichtung trafen, hielten sie inne und flatterten gemeinsam, ganz mit Revierkampf oder Balz beschäftigt, ich weiß nicht welches, so dass ich mehr als einmal zwei Exemplare zusammen fangen konnte und sie, nachdem ich sie bewundert hatte, dankbar in die Freiheit entließ, damit sie ihren feierlichen Sommerflug fortführen mögen.
Zu anderer Zeit (ich erinnere mich an ein besonderes Ereignis) in einem Wald auf dem Gipfel des Drachenfels2, als der Wind recht heftig blies, fand ich einige von ihnen auf der Rückseite der Bäume in einem Zustand der Benommenheit; sie machten keine Anstalten zu fliehen und wenn man sie in die Luft warf, öffneten sie ihre Flügel kaum oder flatterten schwach um ihren Fall zu mildern, oder es ihnen zu ermöglichen, auf einem Stamm oder morschen Ast Ruhe zu finden.

1'Auld lang syne': Schottische Ballade, die im Jahre 1711 von James Watson publiziert und in der Adaption von Robert Burns berühmt wurde.

2Der Drachenfels ist ein Berg des nahe bei Bonn liegenden Siebengebirges.

Auszug aus einem Zitat H. G. Adams mit unklarem Autor (genannte Quelle: "The Naturalist") Adams, 1854 - Beautiful Butterflies: The British Species described and illustrated with an introductory chapter containing the History of a Butterfly through all its changes and transformationsAdams, 1854 - Beautiful Butterflies: The British Species described and illustrated with an introductory chapter containing the History of a Butterfly through all its changes and transformations.

Übersetzung: Maren Daniels; Bonn, 2010.

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