Trauermantel.de

Überblick

Nymphalis antiopa f. hygiaea (Zuchtaufnahme) [67,5 mm]; Sammlung: Museum Koenig, Bonn, Deutschland; Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: Puppe 3 Stunden bei +43ºC., 3 Stunden absenkend auf +38ºC., hier 8 Stunden verbleibend.; Foto: Ingo Daniels (23. Oktober 2009); Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1902)

Nymphalis antiopa f. daubii (Zuchtaufnahme) [66,5 mm]; Sammlung: Museum Koenig, Bonn, Deutschland; Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: Puppe 44-48 Std +38°C.; Foto: Ingo Daniels (23. Oktober 2009); Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1900)

Nymphalis antiopa f. artemis [65 mm]; Sammlung: Museum Koenig (Untersammlung: ex coll. Missionshaus SVD Steyl (Eing.Nr.3/59)), Bonn, Deutschland; ab. flarv. maculata; Foto: Ingo Daniels (30. Januar 2014)

Die folgenden Formen1 des Trauermantels sind beschrieben:

  1. f. hygiaea Heydenreich, 1851

  2. f. daubii

  3. f. artemis Fischer [=f. roederi Stdf.]

  4. f. epione Fischer

  5. f. dorfmeisteri Fischer

  6. f. heppei

  7. f. obscura Gönner

Siehe auch /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifForschung bzgl. Variablität des Trauermantels.

1Es gibt unterschiedliche Meinungen, wann eine Abweichung als Aberration oder z.B. als indivduelle Variation eingestuft wird. Hierbei kann die Anzahl der Individuen ein Abgrenzungsmerkmal sein, aber auch der Ursprung der Abweichung. Beispielsweise kann die Abweichung aufgrund von genetischen oder klimatischen Faktoren entstanden sein. Darüber hinaus ist die Festlegung der Grenze zwischen Aberrationen und individuellen Variationen schwierig. Laut meines Wissenstands gibt es derzeit keine allgemein anerkannte klare Definition des Begriffs Aberration.

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hygiaea

f. hygiaea Heydenreich, 1851

Die gelben Vorderrandflecke und die blauen Flecken fehlen. Der gelbe Saum ist stark verbreitert.

Diese Form entsteht durch große Hitze oder große Kälte während der Puppenphase und kann in heißen Sommern auch in der freien Natur gefunden werden Quelle: Bergmann, 1952 - Die Großschmetterlinge Mitteldeutschlands.

WikipediaGustav Heinrich Heydenreich (-1897) beschreibt die Form f. hygiaea in Quelle: Heydenreich, 1851 - Lepidopterorum Europaeorum, Catalogus Methodicus, Systematisches Verzeichnis der Europäischen Schmetterlinge[Heydenreich, 1851].

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  • Nymphalis antiopa f. hygiaea (Zuchtaufnahme) [67,5 mm]
  • Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: Puppe 3 Stunden bei +43ºC., 3 Stunden absenkend auf +38ºC., hier 8 Stunden verbleibend.
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig, WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (23. Oktober 2009)
  • Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1902)
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  • Nymphalis antiopa f. hygiaea [67 mm]
  • Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: 28 Std. +40°C. 1. ab. Hygiaeatyp.
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig, WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (22. Oktober 2013)
  • Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1901)

Weitere Exemplare der Form f. hygiaea siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifPräparierte Falter des Trauermantels (f. hygiaea)

Einschub

Um das Jahr 1992 hatte Stefan Höhnel in Glashütte/Sachsen das Glück, die Form f. hygiaea in freier Natur zu beobachten und fotografieren zu können. Der Falter saugte in seinem Garten an überreifen Kirschen.

Ein Trauermantel (f. hygiaea); Eine seltene Aufnahme einer Hygiaea-Form/Aberration des Trauermantels in freier Natur. Der Falter saugte an überreifen Sauerkirschen.; Foto: Stefan Höhnel; 01768 Glashütte, Sachsen, Deutschland (ca. 1992)

Unterseite eines Trauermantels (f. hygiaea); Eine seltene Aufnahme einer Hygiaea-Form/Aberration des Trauermantels in freier Natur. Der Falter saugte an überreifen Sauerkirschen.; Foto: Stefan Höhnel; 01768 Glashütte, Sachsen, Deutschland (ca. 1992)

Zur Namensgebung der Form f. hygiaea siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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daubii

f. daubii Stdfs.

Der Züricher Entomologe WikipediaMax Standfuss (1854-1917) beschreibt in Standfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und SammlerStandfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und Sammler seine im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugte Form wie folgt:

"Auf der Oberseite ist die braune Grundfarbe dieser sehr schönen Form verdüstert, zumal auf den Hinterflügeln, die bisweilen fast schwarz erscheinen; die etwa auf die Hälfte der normalen Grösse reduzierten blauen Randpunkte zeigen einen Stich ins Violette; was diesen Tieren aber den stark abweichenden Charakter aufprägt, das ist der ausserordentlich verdüsterte gelbe Rand beider Flügelpaare. Auch dieser geschwärzte Rand zeigt sich auf den Vorderflügeln in der Richtung nach den blauen Flecken hin wellig ausgebuchtet, während er auf den Hinterflügelnn meist die normale Form besitzt. Auffallend ist bei den meisten Stücken der stark ausgeschweifte Dorsalrand der Vorderflügel, welcher an der Dorsalecke einen sichtlich kleineren Winkel als den normaler Exemplare zur Folge hat. Ferner ist der Aussenrand beider Flügelpaare an den Rippenenden zu weniger weit hervorragenden Spitzen ausgezogen als bei der gewöhnlichen Form."
/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/ID0302_2014_01_30_antiopa_daubii_front_medium.jpg
  • Nymphalis antiopa f. daubii [64 mm]
  • var. Daubi Stdfss., 48 Std. +37,5°, extrem
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig (Untersammlung: ex coll. Missionshaus SVD Steyl (Eing.Nr.3/59)), WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (30. Januar 2014)
  • Zucht: Juli 1910
/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/ID0060_2009_10_23_antiopa_daubii_front_medium.jpg
  • Nymphalis antiopa f. daubii (Zuchtaufnahme) [66,5 mm]
  • Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: Puppe 44-48 Std +38°C.
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig, WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (23. Oktober 2009)
  • Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1900)

Weitere Exemplare der Form f. daubii siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifPräparierte Falter des Trauermantels (f. daubii)

Zur Namensgebung der Form f. daubii siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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artemis

f. artemis Fischer [= f. roederi Stdf.]

Der Züricher Arzt und Entomologe Emil Fischer (1868-1954) beschreibt in Fischer, 1894 - Zwei neue Aberrationen von Vanessa antiopaFischer, 1894 - Zwei neue Aberrationen von Vanessa antiopa seine im Sommer 1894 im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugten Formen als Vanessa antiopa aberratio Artemis Fischer.

Der schwarze Vorsaum der Flügeloberseite ist verbreitert, teilweise in einem Maße, dass die braune Grundfarbe fast verdrängt ist. Der gelbe Saum ist schmäler. Die blauen Flecken sind vergrößert und nehmen zum Teil die Form von Pfeilspitzen mit doppelten Widerhaken an.

Die Form entsteht durch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt während der Puppenphase, kann aber auch bei einer auf 40-42ºC. gesteigerten Temperatur entstehen.

Einschub

Bei f. roederi von WikipediaMax Standfuss (1854-1917) (1893) und f. artemis von Emil Fischer (1868-1954) (1894) handelt es sich um die gleiche Form. Für Details siehe /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifroederi.

/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/ID0307_2014_01_30_antiopa_front_medium.jpg
  • Nymphalis antiopa f. artemis [65 mm]
  • ab. flarv. maculata
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig (Untersammlung: ex coll. Missionshaus SVD Steyl (Eing.Nr.3/59)), WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (30. Januar 2014)
/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/ID0104_2010_02_24_antiopa_artemis_front_medium.jpg
  • Nymphalis antiopa f. artemis (Zuchtaufnahme) [68 mm]
  • Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: 42 Tage +6°C. 8 ab.
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig, WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (24. Februar 2010)
  • Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland (1898/1904)

Weitere Exemplare der Form f. artemis siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifPräparierte Falter des Trauermantels (f. artemis)

Zur Namensgebung der Form f. artemis siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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roederi

f. roederi Stdf. [= f. artemis Fischer]

Der Züricher Entomologe WikipediaMax Standfuss (1854-1917) beschreibt 1896 in Standfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und SammlerStandfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und Sammler seine im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugten Formen als Vanessa antiopa ab. roederi Stdf.

Er beschreibt die Form wie folgt:

"Oberseite: Der gelbe Aussenrand wird öfter noch stärker verschmälert und erhält reichliche Beimischung schwarzer Schuppen. Das Blau wird durchweg sehr wesentlich vermehrt und scheint nun in den Hinterflügeln fast stets die Neigung zu erhalten, winkelig in den gelben Saum vorzuspringen. Die Grundfarbe der Hinterflügel wird ein prächtiges Sammetschwarz, die der Vorderflügel auch sehr sichtlich verdunkelt."

1894, zwei Jahre vor WikipediaMax Standfuss hat der ihm wohlbekannte Emil Fischer die gleiche Form bereits in Fischer, 1894 - Zwei neue Aberrationen von Vanessa antiopaFischer, 1894 - Zwei neue Aberrationen von Vanessa antiopa als f. artemis beschrieben (siehe /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifartemis).

Einschub

Zwischen WikipediaStandfuss und Fischer entbrannte damals ein Streit: Der 40-jährige Privatdozent am Polytechnikum in Zürich WikipediaStandfuss warf dem 26-jährigen Medizin-Studenten Fischer u.a. vor, seine (WikipediaStandfuss') Erkenntnisse unter eigenem Namen (Fischer) zu verbreiten.

Fischer hatte in Zürich - angeregt durch persönliche Gespräche mit WikipediaStandfuss - Temperaturexperimente an Tagpfauenauge und Trauermantel durchgeführt. WikipediaStandfuss erwartete, dass ihm Fischer die Ergebnisse der Experimente zukommen ließe. Aber Fischer kam dem nur teilweise nach, da er eine solche Vereinbarung als nicht gegeben ansah. Fischer veröffentlichte die Arbeiten ohne Nennung WikipediaStandfuss' in Fachzeitschriften (z.B. Fischer, 1895 - Transmutation der Schmetterlinge in Folge Temperaturänderungen. Experimentelle Untersuchungen über die Phylogenese der Vanessen.Fischer, 1895 - Transmutation der Schmetterlinge in Folge Temperaturänderungen. Experimentelle Untersuchungen über die Phylogenese der Vanessen.) und benannte dort auch erzeugte Formen - wie eben f. artemis.

WikipediaStandfuss war erzürnt und verunglimpfte Fischer wiederum in Fachzeitschriften (z.B. in Standfuss, 1895 - Die Genesis der Arbeit "Transmutation der Schmetterlinge etc." von E. Fischer, cand. med. in Zürich.Standfuss, 1895 - Die Genesis der Arbeit "Transmutation der Schmetterlinge etc." von E. Fischer, cand. med. in Zürich.).

Fischer verteidigte sich eben dort (z.B. Fischer, 1895 - Zur Genesis meiner Arbeit: Transmutation der Schmetterlinge infolge TemperaturveränderungenFischer, 1895 - Zur Genesis meiner Arbeit: Transmutation der Schmetterlinge infolge Temperaturveränderungen). Dem folgte dann ein Artikel von F. Ris, einem Freund von WikipediaStandfuss: Ris, 1895 - Ein letztes Wort in Sachen "E. Fischer, Transmutation der Schmetterlinge etc."Ris, 1895 - Ein letztes Wort in Sachen "E. Fischer, Transmutation der Schmetterlinge etc.", der dann erneut von Fischer in Fischer, 1895 - Auch ein letztes Wort in Sachen "Dr. Standfuss contra E. Fischer"Fischer, 1895 - Auch ein letztes Wort in Sachen "Dr. Standfuss contra E. Fischer" kommentiert wurde.

Schließlich ging WikipediaStandfuss auf den Vorfall sogar in seinem 400 Seiten starken Buch Standfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und SammlerStandfuss, 1896 - Handbuch der paläarkitischen Gross-Schmetterlinge für Forscher und Sammler ein:

"... Dieses Schriftchen [Anm.: Fischer, 1895 - Transmutation der Schmetterlinge in Folge Temperaturänderungen. Experimentelle Untersuchungen über die Phylogenese der Vanessen.Fischer, 1895 - Transmutation der Schmetterlinge in Folge Temperaturänderungen. Experimentelle Untersuchungen über die Phylogenese der Vanessen.] enthält Ansichten, die der Verfasser den Gesprächen mit mir entnommen, aber als die meinigen nirgends namhaft gemacht hat. ..."
"...So suchte ich denn bei der Ueberlast von Arbeit, die es mir fast unmöglich machte, diese nach allen meinen bisherigen Erfahrungen so ungemein bedeutungsvolle Frage genügend durchzuforschen und wenigstens zu einem gewissen Abschlüsse zu bringen, unter den Lepidopterologen, welche an dem entomologischen Museum in Zürich verkehrten, mehrere Jahre lang nach einem geeigneten Mitarbeiter. 1892 hoffte ich einen solchen endlich gefunden zu haben, leider aber sah ich mich nachmals in dieser Hoffnung auf das bedauerlichste enttäuscht."

In diesem Buch datiert WikipediaMax Standfuss dann die Benennung von f. roederi zurück auf das Jahr 1893 - ob berechtigt oder nicht, lässt sich schwerlich klären:

"Ich versandte diese schöne Form bereits im Herbste 1893 unter dem Namen meines hochverehrten Freundes Röder in Wiesbaden als Vanessa antiopa ab. roederi Stdf."

Zur Namensgebung der Form f. roederi siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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epione

f. epione Fischer

Der Züricher Arzt und Entomologe Emil Fischer (1868-1954) beschreibt im Sommer 1894 in Quelle: Fischer, 1895 - Transmutation der Schmetterlinge in Folge Temperaturänderungen. Experimentelle Untersuchungen über die Phylogenese der Vanessen.[Fischer, 1895] und Quelle: Fischer, 1895 - Zur Genesis meiner Arbeit: Transmutation der Schmetterlinge infolge Temperaturveränderungen[Fischer, 1895] seine im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugten Formen als Vanessa antiopa aberratio Epione Fischer.

Der gelbe Saum ist verbreitet, der schwarze Vorsaum ist schmäler. Die blauen Flecken sind kleiner. Der gelbe Saum kann sich in seiner Breite bis zu den blauen Flecken erstrecken und diese sogar fast verschwinden lassen.

Die Form entsteht wenn während der Puppenphase ein mäßige Erhöhung der Temperaturen auf 35ºC. erfolgt.

Einschub

f. epione von Emil Fischer (1894) scheint eine schwächere Ausprägung der Form f. hygiaea von WikipediaGustav Heinrich Heydenreich (1851) zu sein.

Zur Namensgebung der Form f. epione siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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dorfmeisteri

f. dorfmeisteri Fischer

Der Züricher Arzt und Entomologe Emil Fischer (1868-1954) beschreibt in Fischer, 1902 - Drei neue Formen aus der Gruppe der VanessidenFischer, 1902 - Drei neue Formen aus der Gruppe der Vanessiden seine im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugten Formen Vanessa antiopa var. dorfmeisteri Fschr..

Die blauen Flecken sind durch schwarzes Pigment vollständig ausgelöscht:

"Die Grundfarbe ist normal, dunkel weinbraun; der gelbe Saum in seiner Breite gar nicht verändert, zeigt aber eine etwas stärkere schwarze Sprenkelung als die Normalform. Die innere Grenze dieses Saumes erscheint in ihrem ganzen Verlaufe scharf.
Das eigentümliche dieser Variation ist nun, dass die blauen Flechen vor dem gelben Saume auf sämtlichen Flügeln durch schwarzes Pigment vollkommen ausgelöscht sind, während die schwarze Binde, auf der diese normaler Weise stehen, gegen die braune Grundfarbe nun ganz besonders absticht. Auf der Unterseite erscheint der helle Rand etwas mehr mit schwarzen Makeln durchsetzt als oben; sonst zeigt sich keine Veränderung.
Diese Varietät gewährt, eben durch das vollständige Fehlen sämtlicher blauer Flecken bei sonst nahezu normalem Verhalten aller übriger Zeichnungselemente, ein höchst eigenartiges Aussehen. Von der var. daubii Stdfs. ist sie sofort und sehr bestimmt zu unterscheiden; var. daubii Stdfs. besitzt oberseits sehr stark geschwärzten Saum und die blauen Flecken sind, wenn auch verkleinert, doch noch durchweg erhalten."

Zur Namensgebung der Form f. dorfmeisteri siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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heppei

f. heppei

Der Züricher Entomologe WikipediaMax Standfuss (1854-1917) beschreibt in Standfuss, 1895 - Weitere Mittheilungen über den Einfluss extremer Temperaturen auf Schmetterlingspuppen: 7. Van. antiopa L.Standfuss, 1895 - Weitere Mittheilungen über den Einfluss extremer Temperaturen auf Schmetterlingspuppen: 7. Van. antiopa L. die vom Zahnarzt H. Heppe aus Rorschach im Rahmen von Temperaturversuchen künstlich erzeugten Formen als Vanessa antiopa ab. heppei.

Aus bei sehr niedrigen Temperaturen gehaltenen Puppen schlüpften Falter mit einem starken Schiller auf der Ober- und Unterseite der Flügel. Dieser zeigte sich auf allen dunklen Farbtönen. Die Zeichnung der Flügel ist ansonsten normal.

Zur Namensgebung der Form f. heppei siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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obscura

f. obscura Gönner

Der Frankfurter Maler und Entomologe Philipp Gönner (1879-1953) beschreibt in Gönner, 1928 - Der Trauermantel und sein FormenkreisGönner, 1928 - Der Trauermantel und sein Formenkreis drei in seiner Sammlung befindliche Trauermäntel als Form obscura Gönner:

"Bei ihr fehlen die blauen Flecke entweder gänzlich, oder es sind nur geringe Reste davon erhalten. Die rotbraune Grundfarbe ist auf Vorder- und Hinterflügeln völlig durch rußig schwarze Bestäubung verdrängt. Auch das sonst gelbe Saumfeld ist so stark mit schwarzen Schuppen übersät, daß kaum noch etwas von der gelben Beschuppung ürig geblieben ist. Unterseits sind die Tiere bis auf ein schmales knapp 1 mm breites weißliches Rändchen vollkommen geschwärzt."
Einschub
/PicturesNA/Photos/Butterflies/Daniels/ID0080_2009_10_23_antiopa_obscura_front_medium.jpg
  • Nymphalis antiopa f. (Zuchtaufnahme) [49 mm]
  • Temperaturversuche Karl Frings, Bonn: Kombination ab. hygiaea, ab. daubii und Wärmeformen. Puppe 33 Std. +39,5°C. l. 19M. In der Zeit oft steigend und fallend auf +41°C. o. +38°C. +49,50ºC. 1 x exp.
  • Sammlung: WikipediaMuseum Koenig, WikipediaBonn, Deutschland
  • Foto: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifIngo Daniels (23. Oktober 2009)
  • Zucht: Karl Frings; Bonn, Deutschland

Dieser aus Temperaturexperimenten von Karl Frings stammende Trauermantel passt in Teilen zu Philipp Gönners Beschreibung.

Zur Namensgebung der Form f. obscura siehe: /PicturesNA/Misc/spacer_10_10.gifWissenschaftliche Namen des Trauermantels: Unterarten/Formen/Variationen

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